Evangelisches Kinderhaus

Pädagogisches Selbstverständnis

Ohne Beziehung keine Bildung


Kinder brauchen für eine gesunde psychische Entwicklung Menschen, denen Sie vertrauen können und die in belastenden Situationen für sie da sind. Besteht eine solche Beziehung zu einer Person spricht man von einer sicheren Bindung. In den ersten Lebensmonaten sind das die Eltern und im Laufe eines Kinderlebens sollten noch neue tragfähige Beziehungen hinzukommen.

Die Bindungserfahrungen, die ein Kind gesammelt hat und die sich zu einem Bindungsmuster entwickeln, werden auf neue Situationen und neue Bezugspersonen übertragen. Das Kind erwartet zunächst das ihm bekannte Verhalten der Bezugsperson.

Die Qualität einer gelungenen Beziehung zeichnet sich durch die folgenden Komponenten aus:
  • Das Kind erfährt Zuwendung
  • es erlebt Sicherheit
  • es kann Stress mit Hilfe der Bezugsperson reduzieren
  • es findet Trost
  • es erfährt Assistenz beim Spiel und beim Wissenserwerb
Diese Beziehungsmerkmale sollten nach der Eingewöhnungszeit zwischen dem Kind und der Bezugserzieher*in erkennbar sein. Die Eltern-Kind-Bindung bleibt immer am emotional stärksten gewichtet.


„Als soziales Wesen ist der Mensch auf andere Menschen angewiesen. In der Gemeinschaft erlebt das Kind Anerkennung und Wertschätzung.“
(Orientierungsplan Baden-Württemberg S. 72)

Die oben beschriebene Grundannahme, dass ein Kind verlässliche Beziehungen braucht, nimmt in unserem Kindergartenalltag einen hohen Stellenwert ein. Sie ist eine grundlegende Säule unserer pädagogischen Arbeit. Wir wissen, dass dies eine hohe Präsenz des Erwachsenen fordert, um diese kontinuierlich aufzubauen und zu festigen. Verlässliche Beziehungen ziehen sich durch sämtliche Bildungs- und Entwicklungsfelder, die das Kinderhaus anbietet.

Für die Mehrzahl der Kinder ist das Kinderhaus die erste Begegnungsstätte außerhalb ihrer Familie bzw. außerhalb ihres Kulturkreises.
Die erste feste Beziehungspartnerschaft, die das Kind eingeht, ist die zu einer Gruppenerzieher*innen. Das Kind hat in der Anfangszeit (Eingewöhnung) eine feste Bezugserzieher*in, die das Kind im Alltag begleitet und unterstützt.

Wenn der Beziehungsaufbau zu einer Person gelungen ist, kann sich das Kind neugierig auf den Weg machen und zu anderen Kindern und weiteren Erzieher*innen Kontakt aufnehmen. Dem Kind wird Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, so dass es sich entfalten und die angebotenen Entwicklungs- und Bildungsanreize für sich ausschöpfen kann. Das Kind erfährt Zuverlässigkeit, Sicherheit und Vertrauen, Schutz und Geborgenheit.

Wertschätzung, Empathie und der respektvolle Umgang miteinander ist für uns das Fundament auf dem wir die individuelle Beziehung zu jedem Kind im täglichen Miteinander gestalten. Dies geschieht im Kinderhausalltag, z.B. in unserer wertschätzenden Sprache, beim Begrüßen und Verabschieden, beim täglichen Spiel, beim Essen, bei der Körperpflege und beim Umgang mit Nähe und Distanz. Auf dieser Basis kann das Kind im Kinderhaus die Welt erkunden und erforschen.


Zum Seitenanfang